21.11.2013
20.11.2013
Yalla Yalla
Viele Dschunken starten jeden Tag in die berühmte Halong Bucht in Vietnam. Wir sind dabei. Auf einem Vier-Sterne-Schiff haben wir zwei Tage und eine Nacht gebucht. Von Hanoi fahren wir vier Stunden mit dem Bus, gemeinsam mit unserer Reisegruppe, in der unter anderem auch fünf Palästinenser sind. Die fünf Männer machen Urlaub ohne Frauen und sind sichtlich gut gelaunt. Am Pier liegen viele Dschunken und wir sind gespannt auf unser Domizil für die nächsten 2 Tage. Als wir unser Schiff zu sehen bekommen, sind wir doch sichtlich enttäuscht. Es entpuppt sich eher als ein 2-Sterne Schiff und wir amüsieren uns köstlich mit den anderen Passagieren, was einem hier in Asien mal wieder im Prospekt verkauft wird.
Wir gehen an Bord und wundern uns nicht schlecht über das Chaos. Die Rettungsboote sehen nicht hochseetauglich aus, die Stühle und Tische sind von der Sonne gegerbt und der Guide erzählt uns auf Nachfrage, dass das Schiff erst drei Jahre alt ist. Es ist zum Totlachen und wir trinken den umsonst ausgeschenkten, einheimischen miserablen Wein und fahren durch diese mystische Landschaft, die jetzt im Herbst Vietnams in Nebel getaucht ist.
Die Kajüten sind neu renoviert und wirklich sehr schön. Leider sind die Matratzen schon so alt und durchgelegen, dass wir die Springfedern spüren. Doch am Ende des Schiffes liegen schon die Neuen bereit, die am Ende unserer Tour ausgewechselt werden. Asien ist immer wieder für Überraschungen gut und keiner an Bord hat ein Problem, das auch öffentlich zu zeigen.
An einer der unzähligen Inseln machen wir Halt und ein Fußweg geht auf die Spitze, um die Inselwelt von oben zu sehen. Halong Bay bedeutet "Bucht des untergetauchten Drachen". Es sind über 400 Stufen bis nach oben und unterwegs ruft uns Viktor aus Palästina zu: "Yalla, Yalla!", was so viel wie "los, los!" bedeutet. Oben angekommen haben wir den Blick auf die Kalkfelsen, den kleinen Strand und all die Schiffe, die mit uns hier angekommen sind.
In den Buchten gibt es kleine Müllsammelboote, die die Plastikabfälle der Touristen aus dem Meer fischen. An Bord ist es ruhig und wir schippern durch die bizarre Inselwelt bei doch eher kühlen Temperaturen.
Händlerinnen umkreisen die Schiffe und verkaufen alles was das Touristenherz begehrt. Unsere fünf Freunde kaufen bei der guten Frau dann 50 Dosen Bier und freuen sich wie kleine Kinder, als sie diese mit einem Netz vom Boot der Frau angeln. "Yalla, Yalla", sagt Viktor zu der Händlerin, die Mühe hat, sich mit ihrem kleinen Boot in der Nähe des Schiffes zu halten.
16.11.2013
Dosenvögelchen
Sie ist sicherlich über 80 Jahre alt, hat einen Buckel und geht Peter ungefähr bis zur Hüfte. Bei unserem abendlichen Spaziergang durch die alten Gassen von Hanoi hat Peter plötzlich eine alte Oma am Arm, die alleine nicht über die Straße gehen will. Sie schaut ihn an und deutet auf die andere Seite der Straße. Auf der anderen Straßenseite angelangt streichelt sie im dankbar über den Arm, weil sie sich anders nicht bedanken kann. Eine absolut rührende Szene. Weiter kommen wir an Federball spielenden Kindern vorbei, die uns angrinsen und "hello" hinterher schreien. Die Tage in Hanoi sind leicht, wir verbringen viel Zeit in unserem Hotel und auf dem kleinen Balkon können wir die Straßenszenerie beobachten. Es sind angenehme Temperaturen und da es an der Küste ununterbrochen regnet, bleiben wir noch hier in dieser verrückten Stadt, in der wir heute an gegrillten Hunden vorbei fahren.
Im Altstadtviertel leben die Menschen auf durchschnittlich 0,2 Quadratmeter, sie schlafen in Schichten und die Toiletten sind rund um die Uhr mit einer Schlage belegt. Somit findet hier alles immer auf der Straße statt. Kleine Geschäfte werden morgens aufgebaut und abends wird alles wieder aufgeräumt. Fahrräder sind bis zum Anschlag beladen und jeden Tag werden die Singvögel aus dem Haus auf die Straße gehängt.
Wir sitzen jeden Abend in einer einheimischen Kneipe, in der frisch gezapftes Bier ausgeschenkt wird. Es gibt auch Essen und ab und zu kommen Händler vorbei, die ihre eigene Spezialität verkaufen. Nach dem Tintenfisch vom letzten Mal kommt heute ein alter Mann mit einer riesigen Schere vorbei. In seinem Wagen sind Fleisch, Kräuter und fein geschnittene grüne Papaya. Wir sind so neugierig und schauen ihm zu, wie er die Fleischstücke mit der riesigen Schere in Streifen auf den Salat schneidet. Unsere Tischnachbarn beobachten uns neugierige Touristen und bestellen uns eine Portion des sehr speziell aussehenden Gerichts. Wir lehnen ab, doch wir haben keine Chance. So essen wir den Salat, der so scharf ist, dass es einem den Atem nimmt. Die Vietnamesen freuen sich und am Ende werde ich ganz fest in den Arm genommen. Auf dem Rückweg finden wir noch eine ganz eigene Spezialität. Kleine Vögel, die in Bier- und Coladosen vor sich hin köcheln. Die Verkäuferin ist nicht sehr entzückt als ich zum Abschluss noch ein Bild ihrer Dosenvögelchen mache, die genau so verkauft werden.
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