Unser Campervan ist klein, aber fein. Das Tolle an diesen Campern ist, dass man alles mieten kann. Bettwäsche, Kühlschrank, GPS, Stühle, einen Tisch und Campingkarten. Wir sind uns sicher, wir sind Camper und seit wir in unserem kleinen Van fahren, schlafen und kochen sind wir andere Menschen. Morgens auf einem kleinen Campingplatz werden wir von Amseln und Pirolen geweckt und unser Madza Bongo schnurrt nach einem kleinen Frühstück Richtung Küste. Das Meer ist türkisblau und Fischer angeln am Kiesstrand. Wir schauen den Möwen zu und trinken unterwegs in einem der Weingüter einen kleinen Rose. Das Leben kann so schön sein, wenn im Hintergrund spanische Musik läuft und die Sonne scheint.
15.12.2013
Ausgerechnet Christchurch
Zwei Jahre ist das große Beben her, das die Innenstadt von Christchurch weitestgehend zerstört hat. Es ist die Stadt Neuseelands, in der die englischen Siedler im 19. Jahrhundert viele Kirchen bauten. Daher der Name. Und ausgerechnet hier zerstört das Erdbeben die meisten Kirchen und in der Kathedrale im Zentrum sterben über 100 Menschen. Auch andere Kirchen der Innenstadt sind zerstört. Wir treffen auf einen kleinen Flohmarkt einer Kirchengemeinde, bei der von der Kirche nur noch der weiße Holzkirchturm übrig blieb. Sie laden uns auf Kaffee und Kuchen ein und wir wünschen den Menschen alles Gute beim Wiederaufbau. Sie sammeln Geld und verkaufen Weihnachtskarten und Krimskrams, um ihre Kirche wieder aufbauen zu können. Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen hier ist mal wieder wirklich beeindruckend.
Die Menschen in Christchurch halten zusammen, wie das so üblich ist nach einer Katastrophe und sie haben ihren Humor und ihre Kreativität nicht verloren. So treffen wir in der Innenstadt auf viele Ruinen und auf eine kleine Pallettenstadt als Symbol für den Neuanfang. Es gibt ein kleines Cafe in einem Wohnwagen und in den Palletten werden Kräuter, Blumen und Gemüse gezogen. Ein Baum leuchtet in Orange und in alten Schubkarren wachsen Tomaten und Salat.
Am Nachmittag treffen wir endlich unsere Gastgeberin Suzanne. Sie bewahrt unsere Koffer auf und in vier Wochen werden wir wieder hier schlafen und hoffentlich ein bisschen mehr Zeit mir ihr verbringen. Wir verlassen ihr liebevolles Heim und gehen auf unsere Reise quer durch die Südinseln Neuseelands.
13.12.2013
Gastfreundschaft in Ozeanien
Wir nehmen Abschied von Petersham, dem Stadtteil in Sydney, der uns wirklich wie ein Freund in die Arme genommen hat. Natasa war so lustig, großzügig und offen, wie wir es in Europa selten erleben. Am letzten Abend kocht sie und Lina noch für uns, nachdem sie erst um 20.30 Uhr abends von der Arbeit nach hause kommt. Wir haben es geliebt in Sydney und uns in dieser Woche richtig gut erholt.
So geht es heute weiter nach Christchurch in Neuseeland. Wir haben ein Couchsurfer-quartier gefunden und Suzanne lässt uns per email wissen, dass sie bei der Arbeit ist und wir den Schlüssel für ihr Haus vor der Tür versteckt finden. So viel Vertrauen können wir gar nicht fassen und finden uns vier Stunden später in einem kleinen Häuschen in einer Vorstadt von Christchurch. Ein Abendessen auf der Terrasse des Hauses schmeckt uns sehr gut und wir freuen uns schon auf unsere Gastgeberin, die erst morgen wieder von der Arbeit kommt und natürlich auf die vier Wochen Neuseeland. Die Gastfreundschaft Ozeaniens ist schon jetzt überwältigend und im Garten des Häuschens zwitschert munter eine Amsel vor sich hin. Fast wie daheim.
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